Author Topic: Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...  (Read 1982 times)

Eiseskälte Offline 00

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« on: September 30, 2010, 15:11:46 »
Was lange währt wird endlich gut, der Diskussionsthread zu 'Dem Ende entgegen', über den Morgentau und ich bereits sprachen, soll nun seinen Beginn finden.

Nach dem wir uns mit den Lyrics ziemlich sicher sind, ist nun also die interpretatorische Ader der gefragt:

Dem Ende entgegen

Im Stummen zu denken,
Den Kopf zu gebrauchen,
Ihm zu gehorchen,
Ihm zu vertrauen.

Der Rest hängt zum Trocknen - so lüfte doch aus!

Der Rest hängt zum Trocknen - so lüfte doch aus!

Der Schein - zum Licht der Vergangenheit.
Bring mir das Leben - zum Greifen so nah.

In Hoffnung zu fühlen,
Den Geist zu zerstörn
Vom Frieden zu leben - Dem Ende entgegen.

Dem Ende entgegen,
die Türe im Blick
So ist die Bedeutung im Fernen versteckt.

Nichts ist das Leben - Nichts als der Tod!
Nichts ist Erlösung - Nichts als Betrug!

Zunächst ist das Ende ein Abriss, ein Schnitt.
Den Weg lang führe mich jeden Schritt.

Dem Ende entgegen - Dem Leben so nah!
Dem Ende entgegen - Dem Leben so nah!


Lediglich eine Phrase zeigt noch Unsicherheit:

Quote
Vom Frieden zu leben

Das höre ICH da, allerdings scheinen auch andere Worte heraushörbar zu sein.
Was könnte der Text sein ? *Tilo anschiel*

Vielleicht finden wir die Antwort aber auch selber, wenn wir uns Gedanken zum Rest des Liedes machen.
Welches Ende ist eigentlich gemeint ?
Ein postapokalyptisches ? Ein persönliches ? Das Ende eines Individuums ?

Schwierig ist das Lied meiner Ansicht nach jedenfalls sicher, da manche Zeilen auf das eine und manche Zeilen auf das andere hinzuweisen scheinen.

Der Schein - zum Licht der Vergangenheit.
könnte beispielsweise dem Tod nahestehen - das bekannte 'Das Leben spielt sich nochmals vor dem inneren Auge ab'. Kann aber auch sein, dass ich da jetzt etwas drin sehe, was eigentlich nicht existiert.

Zunächst ist das Ende ein Abriss, ein Schnitt.
Den Weg lang führe mich jeden Schritt.


Diese Textzeile wirkt zumindest auf mich eher auf das lyrische Ich persönlich bezogen. 'Den Weg lang führe mich jeden Schritt' - vielleicht ein Ruf an eine göttliche Wesenheit, das lyrsiche Ich zum Ende und darüber hinaus zu führen, damit das Ende eben nicht mehr nur 'ein Abriss, ein Schnitt' ist ?

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist, dass Tilo im Booklet vom Schattenspiel schrieb, das 'Dem Ende entgegen' eine "Konsequenz alldessen ist, was er mit 'Alles Lüge' zum Ausdruck gebracht hatte".
Vielleicht steht 'Dem Ende entgegen garnicht so separat, sondern eher für ein Ende von jenen Gefühlen, die mit Alles Lüge beschrieben wurden...
Dem Ende entgegen könnte einen Schlussstrich unter eine Phase ziehen, der bereits nach Alles Lüge zu erahnen war.

Der Abriss könnte demnach vielleicht auch nicht als Abriss, Abbruch eines Weges verstanden werden, sondern viel direkter als Abriss eines Bauwerks.
Spontan fallen mir dazu nämlich die Zeilen 'Ich baue eine Mauer - und ziehe meine Kleider aus' ein. Was, wenn Tilo die Mauer in 'Alles Lüge' identifizieren und erkennen konnte und nun mit 'Dem Ende entgegen' abreißt ?

Vielleicht habt ihr aber auch ganz andere interpretatorische Ansätze - Ich bin gespannt!

In diesem Sinne,
Nicolas
Meine Hoffnung soll mich leiten durch die Tage ohne dich... Keeper of Tilo's Free Will ;-)

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #1 on: October 01, 2010, 23:39:34 »
Oops, hätt ich den Thread doch fast übersehen in der Vielzahl an Themen hier :). Ok. Ich denke wir sind uns darüber einig, da Kunst bekanntlich immer im Auge des Betrachters liegt, es im Grunde auch keine falschen Interpretationen kann, jedenfalls solange nicht, wie nicht jemand wirklich völlig daneben interpretiert. Jede Betrachtung hat ihre absolute Berechtigung, und ich für meinen Teil habe kein besonderes Interesse daran, dass wir uns alle am Ende auf die eine Interpretation festlegen, sei es die meine oder eine andere.
Eine der großen Fragen, die aufkamen ist nun, von welchem Ende Tilo da rede. Ein- oder das "große Ende" einer ganzen Menschheit oder vom Ende eines einzelnen, einem Individuum innerhalb dieser Gesellschaft, vielleicht gar vom eigenen Ende? und wenn ja, in welcher Hinsicht?
Ich persönlich tendiere eher zu ersterer Interpretation, aus guten Gründen. Es kommt relativ häufig vor, dass Lacrimosa in den Jahren ein- und die selben Themen für ihr künstlerisches favourisierten, nur eben immer aus einem anderem Blickwinkel betrachtet, auch unter Berücksichtigung der eigenen geistigen, seelischen und emotionalen Reifeprozessen der Menschwerdung. Es wäre nun nicht das erste mal, dass ich Tilo Wolff von sogenannten Postapocalyptischen Visionen singen höre. Man erinnere sich nur an ´Am Ende stehen wir zwei´ wo es z.B heißt: Und wenn der letzte Mensch vergeht - Und wenn die Sonne sich zerbricht - Bleibt dir der Liebe Licht.... und man höre sich auch genau die Angst und die Einsamkeit an, wo teilweise sehr deutlich postapocalyptisches Gedankengut herauszuhören ist, da es ganz unverblümt ausgesprochen wird....
Und es ist auch kein großes Geheimnis, dass Lacrimosa seine Zuhörerschaft gerne mal in sogenannter Endzeitstimmung wiegt, warum die Musik ja vielen auch zu "depri" ist. Die Option, Tilo Wolff würde in diesem Song sein eigenes Ende besingen scheidet für mich im Prinziep schon klar aus, schon weil er ganz klar mit jemandem redet und ich nicht der Ansicht bin, Tilo Wolff führe in seinen Lyriks gerne mal Selbstgespräche in schizoider Form. Bei ´Diener eines Geistes´ habe ich das vor langer Zeit einmal angenommen, sehe das heut aber auch völlig anders. Die Option, Tilo besingt hier das Ende eines ihm vielleicht nahestehenden Individuums, das würde ja unterstellen, Tilo Wolff möchte hier jemandem seinem persönlichen Ende entgegenführen, diese Person also entweder zerstören, oder akkute Sterbehilfe betreiben. Auch wenn ich heute der Ansicht bin, ein klar definiertes Ziel von Lacrimosa seit wenigstens Inferno war es, das Leben eines Menschen zu zerstören und ihm seinem Ende entgegenzuführen, spricht für mich zu viel dagegen, dass der Song `Dem Ende entgegen´ auf das Leben eines einzelnen Menschen abzielt, allein die Vorstellung :lol:.
Eine Option, die für mich noch relativ denkbar wäre, nach sorgfältigem Abwägen der Zeilen allerdings auch relativ unlogisch, Tilo Wolff möchte hier den Zuschauer auf das Ende von Lacrimosa einstimmen. Wer allerdings einmal genauer drüber nachdenkt, wird auch diese Option ziehmlich schnell wieder verwerfen, aus verdammt guten Gründen. ....

Ich sehe und interpretiere den Text wirklich eher postapocalyptisch, da es mir einfach die plausibelste aller Erklärungen zu sein scheint und auch in keinster Weise im Widerspruch zu den traditionellen Thematas von Lacrimosa steht. Was in der Vergangenheit jedoch nur ganz nebenbei und nur "ganz am Rande" hie- und da einmal zum Tragen kam, wird hier ganz unverblümt ausgesprochen. Und wer möchte an dieser Stelle schon bestreiten, dass sich die Menschheit auf einem Titanickurs befindet, und ihre Capitäne trotz aller Warnungen nicht willens und bereit sind, diesen Kurs zu ändern.
Weder Tilo Wolff noch ich haben wohl ein Interesse daran die "große Angst" zu schüren, denn die Menschen, die sich in aller Öffentlichkeit hinstellen und verbreiten können: "Bereitet euch vor, denn das Ende ist Nahe!" Zehren und ernähren partiell sich nur von der Angst anderer. Die biblisch prophezeihte Apocalypse z.B ist ein sehr sensibles Thema, und bedarf einer sehr sensiblen Erkenntnis die nicht laut und breit in die Welt getragen werden kann und darf! An dieser Stelle wäre meine Kritik an Lacrimosa, insbesondere an Tilo Wolff, dass er da doch nicht so reingeprescht kommen kann ;). Die relative Brisanz der Thematik vermag jedoch vielleicht auch zu erklären, warum den Text ursprünglich wohl nur wenige, oder am Besten überhaupt niemand rein akkustisch je verstehen sollte? Es sind auch einfach zu viele Scharlatane unterwegs, deren wahrer Bezug zum Glauben, zur Kirche oder zu Gott für meinen Geschmack doch sehr fragwürdig sind.

Helen Offline ru

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #2 on: October 02, 2010, 00:07:29 »
Nicolas!
thanks for text!I didn't have it  :)
The love of God is like an ocean. You can see the beginning,but the end - never...

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #3 on: October 02, 2010, 00:29:37 »
@Helen

I don´t have a problem with thanksfull regards, but please not here ok? There is a thread, where any peoples was so thanksfull for Nicolas translation to this song, but here in this thread we don´t need such a "spam" .. here we need the dialogue, and for me it´s ok too, if one write in english here. That was to all of you! And please dear peoples from english room, made me not angry ;) ...........

Lady Valentina Offline ru

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #4 on: October 02, 2010, 00:43:56 »
@Morgentau
I think, this is not the spam...it`s her emotions, isnt`it?  :shock:
*just my opinion. Forgive me if this is also spam*
You can curse the Darkness,but you can ignite the Light Proud Minister of Inspiraton

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #5 on: October 02, 2010, 01:07:46 »
You are in the german part of this forum, and if one of you here not really have somewhat to say inspide of our maintenance, than please be still! You have a question about Dem Ende entgegen? or some ideas? than please write it down here if you want. Thanksfull regards on Nicolas please on the right place here in the forum!!! Accept it please, or I come a bit in your english side and will spaming and disturbing without end and without respect ^^ ..................

Diana_R Offline 00

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Re: Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #6 on: October 03, 2010, 18:33:33 »
Morgentau, ich möchte dich noch einmal bedanken, dass du ein bißchen mehr als 1 Monat rückwärts mir den Text gegeben hast.
Seit habe ich an die Deutung gedacht, und zuerst habe ich die Tilos Beschreibung gelesen. Er vergleicht "Dem Ende entgegen" mit "Alles Lüge", und ich habe viel gemeinsam bei diesen Lieder auch gefunden.
Ich werde versuchen, meine Überlegungen mit der Erläuterung nach den Zeile zu äußern

"Im Stummen zu denken,
Den Kopf zu gebrauchen,
Ihm zu gehorchen,
Ihm zu vertrauen."


Das heißt "man kann die Wahrheit nur im Kopf begreifen". Es gibt keine Möglichkeit mit andere Leute klar und offen zu sprechen. Der einzige Mensch, du anvertrauen kann nur du bist. Du, nur du und niemand außer dir.
"Ihm zu gehorchen" bedeutet immer an den Verstand zu denken, um alles in sich zu halten und anderem nichts überflüssig zu sagen. "Man braucht die Wahrheit immer verbergen" - es sagt der Kopf, und es ist notwendig ihm zu gehorchen.

"Der Rest hängt zum Trocknen - so lüfte doch aus!"

Ich bin nicht sicher, aber vielleicht gibt es ein Rest - ein klein Teil deiner Gedanken, der ganz nicht wichtig ist, aber der kann man ungezwungen mitteilen.


"Der Schein - zum Licht der Vergangenheit.
Bring mir das Leben - zum Greifen so nah."

Bevor zum Ende zu gehen, sieht man die Vergangenheit durch, sieht man alles durch, was im Leben war.

Quote from: "Eiseskälte"

Der Schein - zum Licht der Vergangenheit.
könnte beispielsweise dem Tod nahestehen - das bekannte 'Das Leben spielt sich nochmals vor dem inneren Auge ab'. Kann aber auch sein, dass ich da jetzt etwas drin sehe, was eigentlich nicht existiert.

Ja, ich meine ungefähr selb



"In Hoffnung zu fühlen,
Den Geist zu zerstören
Vom Frieden zu leben - Dem Ende entgegen."


Diese Zeilen sind mit den Vorhergehenden verbunden.
"Vom Frieden zu leben - Dem Ende entgegen." -das sind sehr mehrdeutig Wörter. Ein Mensch spricht keine Wahrheit, deshalb vermeidet er viele Schwierigkeiten und wohnt im Frieden. Aber das Festhalten der Gedanken nur in sich zerstört allmählich.
Was über die Hoffnung - ich glaube, dass wartet man auf  jemanden mit wem man offen reden könnte,die Gefühle und Gedanken nicht verbergend. Hier kommen wir zurück zu dem Thema der Einsamkeit.


Ich werde später forsetzen, weil ich nicht sehr viel Zeit habe.
Und Entschuldigt bitte mich für die Fehler.

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #7 on: October 04, 2010, 15:38:03 »
@Diana_R

Hab vielen Dank für Deine Ideen, und vor allem für den Tipp, der Song sei sehr an ´Alles Lüge´ angelehnt. Die Information ist doch sehr nützlich :). Möchte mich jetzt nicht Zeile für Zeile dran aufhängen und interpretieren, die ersten vier Zeilen sagen ja auch schon sehr viel. ....

Im Stummen zu denken,
Den Kopf zu gebrauchen,
Ihm zu gehorchen,
Ihm zu vertrauen.


Das sagt erstmal nicht viel mehr aus, als sich nicht überall einmischen und zu allem seine Meinung kundgeben zu müssen. Was Du im Stillen für Dich denkst, behalte für Dich, vertraue Deiner inneren Kopfstimme, gehorche und vertraue ihr, und vor allem lerne Deinen Kopf zu gebrauchen! .....
An sich nicht gerade sehr vielsagend, oder vielmehr sagt Tilo hier einmal mehr so gut wie "alles und nichts!" .. Es liegt nun an einem Selbst, welche Schlüsse man daraus zieht, ob man sagt: "Ja natürlich, nichts anderes hab ich je getan!" oder für sich nach reiflicher Überlegung feststellt, dass man dies ja doch gar nicht so oft tut wie man von sich selbst immer glaubt." Ich sag mal, nur so als kleiner Anstoß, die Medien (zumindest in Deutschland) sind teilweise sehr geschickt und raffiniert. Und so neutral, objektiv und unbeffangen ein Blatt auf den ersten Blick auch wirkt, nicht alle Blätter sind so wie die Bild oder die Bunte, wo man von vorn herein eine z.B politische Meinung induziert bekommt. Nein manche Blätter, oder auch Aufklärung im TV ist so raffiniert gemacht, daß der Leser oder Zuschauer von ganz allein auf ein Meinungsergebnis kommt, herbeigeführt durch geschicktes Hinterfragen, und am Ende tatsächlich meint, sich seine eigene Meinung gebildet zu haben. Meinungsmache ist nicht etwa ein Recht oder gar ein Privileg der Medien nein, im Besten Fall arbeiten sie nach bestem Wissen und Gewissen, und sehen es als ihre große Pflicht die unaufgeklärte und unwissende Masse des Volkes nach ihrem Willen zu gestalten.
Es ist nicht das ich meine, diese vier Zeilen des Tilo Wolff würden sich jetzt nur gegen die Mache der Medien und entsprechend naive Geister richten, die da so nach dem Motto schreiben: "Und wenn Deine Freundin morgens gelbe Socken trägt, dann solltest Du sie am Besten gleich rausschmeißen!" oder ebenso schlaue Tipps geben, wenn es darum geht sich eine hübsche Freundin überhaupt erst anzulachen, und was man dazu alles braucht, und was man überhaupt alles braucht, um ein "guter Deutscher" zu sein. Ein tolles Haus, den dicken Wagen vor der Tür, die teure Uhr am linken Arm und und und ... und natürlich auch hola! ein verdammt gut aussehende Frau!..
Das ist für geistig noch halbwegs gesunden Menschen klar einfach nur zum Kopfschütteln, und wer sich das geben muß .. naja.. ohne Worte ^^ Ist jetzt zwar ein ganz primitives Beispiel von mir, veranschaulicht aber sehr schön finde ich, a) wovon der Tilo da überhaupt redet, und b) auch sehr was für ein da ein "Teufelskreis" ganz bewußt um das Individuum in der Gesellschaft ganz bewußt geschürt wird. Einfache Sache, was tut man um all diese Voraussetzungen zu erfüllen, um ein z.B "guter Deutscher" zu sein? Ein tolles Haus, ein toller Job, der schicke Wagen vor der Tür, die teure Uhr am linken Arm und und und .... und vieles vieles mehr und all das kommt ja nicht einfach so ins Haus geflogen und ist für die meisten Menschen auch nur ein schöner Traum. Doch manch einer geht halt einfach auch zur Bank, nimmt einen dicken Kredit auf, verschuldet sich und hinterher stellt man fest, daß einen all die Dinge ja überhaupt nicht glücklich machen, die man sich so im Außen selbst erschaffen hat. Die tolle Frau, die einen nur wollte weil man ihr das alles bieten konnte, auf- und davon. Der tolle Job - weg, weil man anfing zu trinken weil die Frau davon gelaufen ist und so baut sich Stein auf Stein bis zum Ruin. Ich weiß das ist jetzt nicht das Beste Vorzeigemodell um zu beschreiben, aber ich finde ein doch ganz gelungener Übergang zu Tilos `Alles Lüge` ;) ..............
Die Medien sind der rechte Arm des Terrors schrieb Dan Brwon einst mit Recht in seinem Bestseller Illuminati, im englischen Originaltitel Angels and Demons.....
Ich könnt an der Stelle eigentlich anfangen ein recht umfangreiches Referat zu führen über die "technomagische" Wirkung der Massenmedien, und ich sage technomagisch, weil für meine Begriffe dabei wirklich Magie im Spiel ist, wenn wir uns mit unserem Bewußtsein in die technomagnetischen Netzwerke einklinken und unsere Bewußtseinsebene in dieses System geben. Wie die Menschen durch den Zauberstab "Massenmedium" zu einem bioorganischem Transformationsmedium werden, welches es erst möglich macht, daß elektromagnetisch oder printmedial verbreitete "tote" Information millionenfach multipliziert und belebt wird. .... Doch a) Bin ich hier sowieso schon ganz weit über das Ziel hinaus, und b) wie eingangs erwähnt wäre es auch eine sehr einseitige Betrachtung, Tilos Aussage in der ersten Strophe lediglich für ein "Wachrütteln" des Individuums innerhalb unserer medialen Gesellschaft zu verstehen. Wenn ich hier einen gesunden Ansatz geschaffen habe, sich mit den ersten vier seiner Zeilen auseinander zu setzen, dann freue ich mich :). .........

Diana_R Offline 00

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #8 on: October 05, 2010, 16:09:46 »
@Morgentau

Ich habe deinen Standpunkt verstanden. Er ist ein wenig unerwartet. Und sehr interessant. Danke!
Doch denke ich nicht, dass in diesem Lied das Thema des Einflusses der Massenmedien auf dem Gedanken des Menschen berührt ist.
Gewöhnlich, wenn Tilo über irgendwelchem menschlichem System singt (zum Beispiel über den Stereotypen des Verhaltens oder über den lebenswichtigen Zielen), er erläutert es im Interview unbedingt, wie es mit "Fassade" und "Siehst du mich im Licht" war. Besonders hat er die Themen der Gesellschaft viel später als 1993 zum ersten Mal berührt.
In die ersten Jahre des Schaffens beschrieb er hauptsächlich nur die eigenen Gefühle (dass auch setzt fort, bis jetzt zu machen).

Immerhin denke ich, dass "Dem Ende Entgegen" der Unmöglichkeit die Wahrheit zu sagen gewidmet ist.
Aber bis jetzt bin ich nicht überzeugt, was das Gelächter am Anfang des Liedes bedeutet. Ist es die Andeutung auf die Angst vor den Spotten vielleicht? Oder die Gelächter "der Freundin" wirklich?


Quote
Die Medien sind der rechte Arm des Terrors schrieb Dan Brwon einst mit Recht in seinem Bestseller Illuminati, im englischen Originaltitel Angels and Demons....

Ich habe dieses Buch in der russischen Übersetzung gelesen :)

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #9 on: October 05, 2010, 21:22:26 »
Quote from: "Diana_R"
@Morgentau

Ich habe deinen Standpunkt verstanden. Er ist ein wenig unerwartet. Und sehr interessant. Danke!
Doch denke ich nicht, dass in diesem Lied das Thema des Einflusses der Massenmedien auf dem Gedanken des Menschen berührt ist.


Danke auch für ´s Gespräch, werde das nächste Mal ganz bestimmt warten, bis Tilo Wolff, als Kreator eines Gemäldes all den Betrachtern desselben breit und lang erzählt hat, was er da eigentlich gemalt hat, brav und blöd. ....

O Mann! :roll:

Fearless_soul Offline 00

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Dem Ende entgegen, dem Leben so nah...
« Reply #10 on: November 06, 2010, 11:41:24 »
Nicolas, vielen dank für " Dem Ende entgegen" !  :D Das ist das schwierigste und verwickelte Lied von Schattenspiel.  Ich bin euch auch sehr dankbar, Morgentau und Diana !
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  • Guest
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« Reply #11 on: June 03, 2011, 18:49:07 »
Hey ich möcht noch einmal Anstoß nehmen an diesem Thema hier. Es ist schön, dass wir hier über Übersetzung ins Rein, der Klarstellung der Worte hinausgekommen sind und uns darüber hinaus auch um die Bedeutung jener Zeilen Worte Gedanken gemacht haben. Eine große Frage war glaube ich, ob Tilo Wolff hierbei ein eigenes Ende vor Augen hatte, ein ganz persönliches und hautnah erlebtes Ende, oder zwischen den Zeilen ein viel Größeres Ende beschrieben wird, welches über seinen eigenen Kopf auch hinausgeht. Nun.. für mein Verstehen ergäben beide Herangehensweisen ein Sinn, und der eine Weg zum Verständnis schließt den anderen durchaus nicht aus. Ich habe für mich festgestellt, solange ich das Gefühl habe hier zwischen zwei Wegen der Interpretation wählen zu müssen, werde ich zu keinem Ergebnis kommen. So aber komme ich ja gleich zu zwei Ergebnissen gleichzeitig ;)!

Die Vorstellung, Tilo Wolff nähme hier bezug auf ein eigenes persönliches Ende auf welches er sich darin vorzubereiten sucht ergibt in jedem Fall Sinn! Ich glaube nichts anderes hatte er bereits auf der Satura ausgesprochen, als er da irgendwo sagte:

Mein Körper liegt regungslos im Schnee ..
Er hart der Sonne - Die Hände sind geöffnet.


Zunächst ist das Ende ein Abriss - ein Schnitt! Das würde mich jetzt rein theoretisch, obwohl ich ja weiß, er arbeitet bereits an einer neuen Scheibe, zu dem Gedanken führen, dass er wie damals nicht so recht weiß, wie es mit Lacrimosa weitergehen soll. Gemäß eigenen Angaben gab es ja auch eine Zeit, wo er nach der Satura gar nicht mehr weitermachen und das Piano quasi an die Wand nageln wollte. Ein Boxer hätte es nach dem Ende der beruflichen Karriere da natürlich weitaus praktischer, ich mein die eigenen Boxhandschuhe an den Wandnagel hängen ist ja nun wahrlich kein großer Akt ^^ ..

Dem Ende entgegen -
Die Türe im Blick ..


Wäre auch keine größere Herausforderung zum allgemeinen Verständnis, hatte T. Wolff doch bereits vor Jahren angekündigt, er wolle in seinem zukünftigen Leben gerne Filmmusik machen, und hätte da auch bereits einen Fuß in der Türe!

Möcht nun nicht Stellung zu jeder einzelnen Textpassage nehmen, so wie ich es betrachte. Was mir nur gleich zu Anfang auch auffiel war, dass dieses Stück nicht wie so oft nur ein Brief an sich selbst geschrieben war, sondern von der ersten Zeile an auch jemand speziellen im Auge gehabt haben muss - ähnlich wie bei ´Feuer´ ..
Es sei denn, er ermahnte sich in diesen ersten vier bis sechs Zeilen selbst, was ich als Gedankengang nun echt sehr abstrus fände.

So nimmt für mich dieser Song auch den Charakter einer Trennungsgeschichte an, in der es am Ende heißt: Wer die Geister trennt, hat eine reine Seele. Das ist ferner auch die Bedeutung von "Intelligenz", nämlich Unterscheidungsvermögen. Ihr erinnert euch vielleicht an die Bilder im Booklet der Platte ´Einsamkeit´ zu .. ich glaube es war das  Werk ´Loblied auf die Zweisamkeit´. Zu sehen war da u. a. ein Clown ohne Gesicht, der sich die Gesichtsmaquerade des Harlekin erst mittels eines Stängels vor die eigene Existenzlosigkeit halten musste, wie eine Gesichtsmaske auf dem Karneval. Heute ist er vielleicht so sehr eins geworden mit dieser Maske, dass eine Trennung nötig ist. Aber auch diese Bilder werden, wenn ich mich recht erinnere als bildliches Beiwerk zu besagtem Song mitgeliefert. Der Harlekin, der sich rücklings voller Angst an einen Spiegel presste wie in einem Spiegelkabinett.

Das Ende, wie hier beschrieben wäre natürlich für viele auch kein sehr erfreuliches, denn es würde ja das Ende von Lacrimosa beinhalten. Ich habe es damals gesagt, und ich sage es an dieser Stelle wieder, J.K Rowling hatte in einem Interview einmal gesagt, Harry Potter müsse jetzt leider sterben! Ich habe so lange mit dieser Figur an meiner Seite gelebt,  mit Herz und Verstand, dass ich ihn einfach nur noch los werden möchte! Wäre der Gedanke denn jetzt so abstrus ;)?