Guten Abend,
gibt es hier unter uns so etwas wie passionierte Christen? Mit Außnahme von Tilo Wolff versteht sich

.. Wenn ja, so fände ich es doch sehr erbaulich, würden sie sich über folgendes mit mir Gedanken machen. Jüngst strahlte das ZDF am 18. Juli im Rahmen der X-History Reihe mit Guido Knopp eine höchst vertrauliche Sendung aus (auch nachzuschauen unter ZDF Mediathek, Sendung verpaßt, zurück zu Sonntag und voila) welche ein sehr sensibles Thema für die Christenheit, und ein weniger sensibles Thema für die Wissenschaft aus. Es ging um das Grabtuch von Turin, und um das Jesusgesicht. Erstaunlicher Weise wurde ich im Verlauf der Sendung weniger mit den Wahrheiten konfrontiert, wie ich sie sonst in den Büchern einiger offenkundiger Freimaurer vernehme, nämlich Jesus sei ein ganz normaler Mensch, und in Wahrheit ein politischer Militant gewesen, wie es sie zu seiner Zeit recht viele gab in Jerusalem. Jesus selbst verwarf die Anschuldigung vor Pontius Pilatus bereits selbst: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Anhänger kämpfen, damit ich nicht den Juden ausgeliefert werde. Aber mein Reich ist von ganz anderer Art." (Joh. 18,36)
Und obwohl ich selbst kein wahrer Christ bin, denn ich bete nicht, ich gehe nicht in die Kirche und die Dogmen der kath. Kirche sind mir eh zu viel, bin ich doch immer bereit, an das Gute einer Sache zu glauben, und abgesehen von dem fundamentlistischen Fanatismus vieler blindäugiger kath. Hardliner, gegen die eine Sekte wie Scient Tology mittlerweile mit Engelsflügeln dazustehen scheint, halte ich das Christentum an sich für eine gute Sache. Wer sich besagte Reportage hoffentlich gern ansehen möchte, denn sie läßt wirklich alle Wege des Glaubens, und auch des wissenschaftlichen Glaubens offen, den würde ich gerne vorab mit einer Passage eines Buches hierfür einstimmen, welches ich vor wenigen Jahren immer wieder gerne in den Händen hielt. Werde sie hier- und da etwas abwandeln, sprich nicht nur 1:1 abtippen, um sie für euch etwas zugänglicher zu machen. Die Passage beginnt mit der dicken Überschrift:
Jesus: eine göttliche Inkarnation? War Jesus jemals ein gewöhnlicher Wanderprediger oder ein politischer Agitator, wie es sie damals viele gab, und wie es heut gern von einer vermeintlich modern aufgeklärten Gesellschaft dargestellt wird? Wäre es so, wäre ihm dann je die herausragende Bedeutung zugekommen, die er vor 2.000 Jahren hatte und noch immer inne hat? Gäbe es dann immer noch Anlaß, nach zweitausend Jahren Berge von Büchern über ihn zu schreiben?, nun .... vielleicht ja, denn Bücher über ihn sind/waren seit nunmehr zweitausend Jahren Bestseller. Aber im Grunde wäre er einer von vielen Lokalpropheten geblieben, und zwar einer, der kläglich endete und als flascher Prophet entlarvt wurde. Selbst wenn er die Kreuzigung heimlich überlebt und das Weite gesucht hätte, wäre seine Show zu Ende gewesen, und niemand hätte sich auf ihn berufen oder gar in seinem Namen eine Kirche gebaut. Sogar seine Jünger waren immer wieder von Unsicherheit und Zweifeln gequält worden, und die Kreuzigung stürtzte sie in Furcht und Verwirrung, so daß sie sich versteckten, nur die ihm nahestehenden Frauen und Johannes nicht. (Immerhin verbreiteten die jüdischen Hohepriester vom ersten Tag an das Gerücht, es seien Christen gewesen, die den Leichenam gestohlen hätten, und mit der Kreuzigung Jesus kam nun auch das Schiedsurteil, das Christentum sei eine gefährliche Sekte, die den Sturz des römischen Impreiums zum Ziel verfolgt.) Man kann nun also sagen, wenn nichts außergewöhnliches geschehen wäre, hätten sich diese Männer nach dem Karfreitagsfiasko betrogen gefühlt. All die großen Versprechungen wären leere Worte gewesen, und die Zweifel, die sie selbst gehabt hatten, sowie die Warnungen der Priester vor dem falschen Propheten hätten sich als richtig erwiesen. Die Warnungen der Priester: " Er kann die bösen Geister nur austreiben, weil der Oberste aller bösen ihm die Macht dazu gibt. .... Er steht mit dem Teufel im Bunde." Die Glaubenden hätten ihre Anhängerschaft umgehend widerrufen und die ganze Jesus Episode als kurzen aber peinlichen "Guru-Flip" schnell und gerne vergessen.
Doch die Geschichte zeigt, daß diese verzagten und verzweifelten Männer plötzlich für die Botschaft Jesu in die Welt hinauszogen, einen unerschütterlichen Glauben besaßen und sogar bereit waren, ebenfalls ihr Leben zu opfern. Was war geschehen? Auch für den (kath.?) Priester den wir hin- und wieder in diesem Film zu Gesicht bekommen läßt diese Frage nur eine einzige plausible Antwort zu, nämlich die Altbekannte: Es war etwas wahrhaftig Wunderbares, und zwar nach der Kreuzigung, etwas, was bis ins Innerste bewegte und überzeugte.
Antichristliche Interpreten nennen dies alles "die größte Verschwörung der letzten 2.000 Jahre": Alles sei später von der Kirche erdichtet und dann mit Gewalt als Wahrheit verkündet worden, woraus das mächtige Vatikanimperium entstanden sei, daß bis heute mit seinem Jesus-Mythos den "historischen Jesus" verfälsche und damit die ganze Welt täusche. Wie aber auch dieser aufzeigt, muß man klar unterscheiden, was kommt von der Kirche, und was sagen die Ursprünglichen Quellen? Das Zeugnis vom göttlichen Wirken Jesu kommt
nicht von der Kirche..........
Nun ich hoffe hiermit niemanden gelangweilt zu haben und wünsche jedem einen spannenden und interessanten Ausglug in die Welt von Wissenschaft und Mythos, der sich nur annähernd für die Gestalt Jesus Christus interessiert. Ich hatte hier übrigens das Buch
Machtwechsel auf Erden von Armin Risi zur Hand.
ZDF Mediathek: Das Gesicht Jesu, ausgestrahlt am 18. Juli. Ich wünsche gute Unterhaltung

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