Author Topic: Hoffnung - Eine Meinung  (Read 522 times)

Bobby Offline de

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  • ...doch sie sehen nur so aus
Hoffnung - Eine Meinung
« on: May 09, 2016, 04:24:54 »
Hoffnung - eine Meinung

Ich gebe zu, dieses Mal fiel es mir ungewöhnlich schwer in das neue Album hereinzufinden - ein bisschen paradox, weil man auf den ersten Blick meinen könnte, Hoffnung sei ein „leicht verdauliches“ Album mit einigen Stücken, die im Grunde leicht zugänglich zu sein scheinen und in Ihrer Intensität kaum zu übertreffen sind. Stücke wie „ Die unbekannte Farbe“ „Kaleidoskop“ und „Keine Schatten mehr“ sprechen im Grunde genau die Sprache, die Lacrimosa für mich über die Jahre hin in nahezu Perfektion an meine Ohren gebracht hat - und ohne irgendein Album in irgendeiner Form abwerten zu wollen, - die Direktheit mit der Hoffnung aufkam, hat mich am Anfang doch sehr überrumpelt und mit mir allein dastehen lassen. Es ist schon ein Phänomen, wie sich jedes Album immer wieder - langsam und stetig ins Herz manövriert - auch wenn man sich gewisse Zeit geben muss, es zulassen muss, es an sich herrankommen zu lassen. Und auch wenn die Texte auf Hoffnung ungewöhnlich klar sind - musikalisch unverkennbar Lacrimosa, habe ich das Album lange hören müssen, bevor es bei mir angekommen ist. Vielleicht gerade, weil es so klar ist - vielleicht weil ich diese Direktheit - ob visuell oder musikalisch - am Anfang gar nicht wollte. Vielleicht weil es mir zu offensiv war, dem Harlekin plötzlich direkt in die Augen schauen zu können - vielleicht auch, weil ich dem Blick nicht lange standhalten konnte...

Mittlerweile schaffe ich es aber - und „Mondfeuer“ reisst mich immer und immer wieder emotional vom Hocker - hinterlässt nach Jedem Hören ein Gefühl von Frieden in mir. Man wird in „Hoffnung“  hin und her geworfen in all seinen Empfindungen - schwebt von Ruhe in einen tobenden Krieg mit sich - um irgendwo in sich zu landen. Es wären zu wenige Worte, würde ich jeden Einzelnen Ton hier auseinandernehmen.

Ja, mittlerweile ist „Hoffnung“ in mir angekommen - und es ist - wie bei allen Alben Lacrimosa ein gutes Zeichen für mich, dass dies doch eine ganze Weile gedauert hat - aber Hoffnung ist Lacrimosa - und Lacrimosa ist Hoffnung - und egal wie die Geschichte weitergeschrieben wird - was wir mit Lacrimosa in den nächsten Jahren (und Jahrzehnten) hoffentlich erleben und erfahren dürfen - das Album ist ein Gipfel, nachdem man viele Berge erklommen hat. Man schaut - und man ist froh und dankbar, den zurückgelegten Weg jetzt vielleicht ein bisschen besser überschauen und verstehen zu können.

Vieles macht Sinn - anderes bedarf keiner Worte


Ich bin dankbar für diese Platte!
Ich bin dankbar, dass es Lacrimosa gibt.

wie ein Wolf, als wenn ich etwas suchte, dass zu finden sich noch lohnte...